Die Gemeinde Aalen, Stadt gehört zu Ostalbkreis in Baden-Württemberg.
Die Postleitzahl lautet 73430.
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Aalen.Geschichte.
Die Römer bauten vor dem Jahr 164 an der Stelle Aalens ein Kastell, dessen Überreste heute als Kastell Aalen bezeichnet werden, für die Reitereinheit Ala II Flavia Milliaria. Es lag westlich des heutigen Stadtzentrums unterhalb der Schillerhöhe und war mit über 1.000 Reitern und fast genauso vielen Pferdeknechten das grösste Lager von Auxiliartruppen am gesamten Obergermanisch-Raetischen Limes. Eine Zivilsiedlung schloss sich im Süden und Osten an. Um 260 gaben die Römer das Kastell auf, als sie ihre Grenze gegen das unbesetzte Germanien hinter die Flüsse Rhein und Donau zurückzogen. Anschliessend übernahmen die Alamannen die Region.[15][16] Laut Funden von Münzen, die dem 3. und 4. Jahrhundert zuzuordnen sind, bestand die Lagersiedlung zunächst weiter. Eine darüber hinausgehende kontinuierliche Besiedlung zwischen der Römerzeit und dem Mittelalter ist heute nicht mehr nachweisbar.[17]Funde von aus dem 7. Jahrhundert stammenden Gräbern der Alamannen gelten Archäologen als Keimzelle des Dorfes Aalen. In der Nord- und Westwand der unmittelbar vor dem Osttor des Römerkastells gelegenen Johanneskirche wurden römische Steine verwendet; der Bau stammt vermutlich aus dem 9. Jahrhundert. Im Mittelalter wurde 839 erstmals das heutige Aalener Stadtgebiet erwähnt, als Kaiser Ludwig der Fromme dem Kloster Fulda einen Gütertausch im Weiler Hammerstadt ("Hamarstat") gestattete.[18] Aalen selber wurde das erste Mal in einem Güterverzeichnis von Ellwangen um 1136 als Dorf Alon erwähnt.[15] Ob Aalen von den Staufern oder den Grafen von Öttingen im 13. Jahrhundert zur Stadt erhoben wurde, steht nicht fest. Die Grafen von Öttingen sind jedenfalls die ersten bezeugten Stadtherren.[19] Doch diese verpfändeten die Stadt 1359 an die Grafen zu Württemberg. Kaiser Karl IV. eroberte die Stadt Aalen im Reichskrieg gegen Württemberg und machte sie 1360 zu einer Reichsstadt (oft fälschlich: freie Reichsstadt), deren Titel sie noch bis 1803 behalten sollte. 1339 wurde sie als "stat" bezeichnet. 1340 wurde die Stadt mit "oppidum" betitelt, bevor 1385 der Titel "civitas" im Stadtsiegel auftauchen sollte. 1377 wurde Aalen Mitglied des schwäbischen Städtebundes. 1398 erhielt der Ort das Marktrecht, im Jahre 1401 wurde ihm die Gerichtshoheit gegeben. Ein grosses Territorium konnte sich Aalen nicht erwerben. Ausser der eigentlichen Stadt gehörten nur wenige nahe gelegene kleinere Weiler zum "Staatsgebiet". Um 1550 wurde der Friedhof von der Stadtkirche zur Johanneskirche verlegt.Erst 1575, als Martin Luther schon seit fast 30 Jahren tot war, wurde durch den Tübinger Universitätsprofessor und Kanzler der Universität Jakob Andreae die Reformation in Aalen eingeführt. Dies brachte enorme Veränderungen in die Stadt; so wurde zum Beispiel dem katholischen Pfarrer das Abhalten der Messe oder einer Predigt vom Stadtrat verboten. Nach den Siegen der Kaiserlichen zu Beginn des Dreissigjährigen Krieges konnte die Fürstprobstei Ellwangen, welche nach wie vor Patronatsherrin Aalens war, 1628 vorübergehend wieder den Katholizismus durchsetzen. Nach den jüngsten Erfolgen der evangelischen Union 1632 wurde das evangelische Kirchenregiment aber wiederhergestellt.Am 13. August 1634 explodierte in der Stadt ein schwedischer Pulverwagen, der dort als Vorrat für die Schlacht von Nördlingen aufbewahrt wurde, und verursachte so einen Brand, dem fast die gesamte Stadt einschliesslich der Stadtkirche zum Opfer fiel. Nach dem Brand zogen plündernde Soldaten der beiden Heere durch die Stadt. Erst nach fast 100 Jahren war die alte Einwohnerzahl von fast 2000 wieder erreicht. Infolge des österreichischen Erbfolgekrieges litt die Stadt 1741 und 1743 unter dem Durchzug von Truppen.1803 kam die Reichsstadt Aalen nach dem Frieden von Lunéville zum Kurfürstentum (später Königreich) Württemberg und wurde Sitz eines Oberamtes (Oberamt Aalen). Aus einigen Weilern, die teilweise zu Aalen, teilweise aber auch der Herrschaft Wöllwarth gehörten, wurde 1811 die Gemeinde Unterrombach gebildet. Die östlichen Weiler Aalens kamen zur Gemeinde Unterkochen. Im Jahr 1812 wurden die Stadtmauern abgetragen, an deren Stelle man kleine Grabenhäuser baute.Die Industrielle Revolution machte sich in Aalen nur langsam bemerkbar. Erst der Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1861 mit der Eröffnung der Remsbahn von Cannstatt nach Wasseralfingen brachte Schwung in die Stadt, zusammen mit den königlichen Hüttenwerken (heute Schwäbische Hüttenwerke) in Wasseralfingen blühte die Industrie in Aalen auf. Die Erweiterung der Remsbahn von Wasseralfingen bis nach Nördlingen 1863, die Eröffnung der Brenzbahn 1864 und die der Oberen Jagstbahn 1866 machten den Aalener Bahnhof zu einem Eisenbahnknoten. Ausserdem führte von 1901 bis zur Stilllegung 1972 die Härtsfeldbahn über Neresheim nach Dillingen an der Donau. Eine Betriebswerkstatt, der grosse Lokomotivschuppen, ein Betriebsamt, zwei Bahnmeistereien und ein Güterbahnhof mit einer Industriebahn der südstädtischen Fabriken gaben dem Stadtbild einen so entscheidenden Ausdruck, dass Aalen während dieser Zeit von heutigen Lokalhistorikern auch als Eisenbahnerstadt bezeichnet wird[20].Um der Wohnungsnot, die während und nach dem ersten Weltkrieg entstanden war, entgegenzuwirken, legte die Stadt Aalen in dieser Zeit Barackensiedlungen im "Schlauch" und beim "alten Turnplatz"[20] an. Trotz der durch die Weltwirtschaftskrise nach 1929 gelähmten Industrie wurde die "Bade-Anstalt"[20] am Hirschbach 1931 zu einem modernen Freibad mit einem vergrössertem Schwimmbereich umgebaut.1935 begannen die Eingemeindungen benachbarter Orte. 1938 wurde das Oberamt Aalen in den Landkreis Aalen überführt und die Gemeinde Unterrombach aufgelöst. Deren Gebiet kam grösstenteils zu Aalen, der Ort Hammerstadt kam jedoch zur Gemeinde Dewangen, Forst, Rauental und Vogelsang zu Essingen (bis 1952 gehörte dann die gesamte ehemalige Gemeinde Unterrombach mit Ausnahme von Forst zu Aalen, Forst blieb bis heute bei Essingen).Während der NS-Zeit wurde 1936 in der Stadt eine Reit- und Fahrschule des Wehrkreises stationiert sowie ein Heeresverpflegungsamt und ein Heeresnebenzeugamt errichtet. Ebenso war in Aalen eine Heeresnebenmunitionsanstalt untergebracht.Im Zweiten Weltkrieg wurde im Stadtteil Wasseralfingen das Aussenlager Wiesenburg des KZ Natzweiler/Elsass für 200 bis 300 Häftlinge errichtet, die in Industrieunternehmen der Umgebung Zwangsarbeit verrichten mussten. Fundamente dieses Lagers sind noch im Haus Moltkestrasse 44/46 vorhanden. Daneben waren in mehreren Arbeitslagern Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus von Deutschland besetzten Ländern konzentriert, die in Grossbetrieben wie den Schwäbischen Hüttenwerken und der Maschinenfabrik Alfing Kessler in der Rüstung arbeiten mussten.[21]Von den Kampfhandlungen des Krieges blieb Aalen grösstenteils verschont. Erst in den letzten Kriegswochen wurden bei Fliegerangriffen Teile der Stadt sowie der Bahnhof und die anderen Bahnanlagen entweder zerstört oder schwer beschädigt. Eine über drei Wochen andauernde Serie von Luftangriffen nahm ihren Höhepunkt am 17. April 1945, als Bomber der US Air Force das in Aalen stationierte Heeresnebenzeugamt und die Bahnanlagen bombardierten. Dabei wurden rund 90 Gebäude und Wohnhäuser beschädigt. 59 Menschen wurden getötet beziehungsweise verschüttet und über 500 Menschen obdachlos. Fünf Tage später wurden die nationalsozialistischen Machthaber Aalens von den amerikanischen Streitkräften gestürzt.1952 kam Aalen mit ganz Württemberg zum Land Baden-Württemberg. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Aalen Bestandteil des Ostalbkreises. Aalen blieb beziehungsweise wurde Kreisstadt des neuen Kreises. 1975 erreichte das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung.Die Einwohnerzahl der Stadt Aalen überschritt 1946 die Grenze von 20.000. Am 1. August 1947 wurde Aalen zur "unmittelbaren Kreisstadt" und mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung am 1. April 1956 zur Grossen Kreisstadt erklärt.1992 fanden in Aalen die Heimattage Baden-Württemberg statt.Grössere Bekanntheit erreichte die Stadt Aalen unfreiwilliger Weise im Jahr 2006, als auf einem Satellitenbild von Google Maps bei Aalen ein angeblich 50 Meter grosses Insekt entdeckt wurde. Dies entpuppte sich später jedoch als Fransenflügler, der beim Scan des Fotos auf das Bild geraten war.[22]
Aalen.Geschichte.Geschichte der Stadtteile.
Dewangen wurde erstmals im 12. Jahrhundert als "Tenwangen" erwähnt. Es gehörte dem Kloster Ellwangen. Im 14. Jahrhundert war er als Lehen dem Gmünder Geschlecht "im Steinhaus" vergeben. Dann gelangte es an das Spital Schwäbisch Gmünd, doch gab es weiterhin ellwangisches Lehen. 1802 wurde Dewangen württembergisch und gehörte zum Oberamt Aalen. Auch die zu Dewangen gehörigen Weiler waren grösstenteils ellwangisch.Ebnat wurde 1298 als "Ebenoet" erstmals erwähnt. Über das Kloster Neresheim kam der Ort an die Grafen von Öttingen, die als Klostervögte die Herrschaft ausübten, doch traten sie 1764 ihre Rechte an das Kloster Neresheim ab. 1803 fiel der Ort zunächst an das Haus Thurn und Taxis, 1806 an Bayern und 1810 kam er zu Württemberg, wo er dem Oberamt Neresheim angehörte. Bei dessen Auflösung 1938 kam Ebnat zum Landkreis Aalen.Fachsenfeld wurde 1230 als "Vachsenvelt" erstmals erwähnt. Der Ort war Teil der Burg Waiblingen (heute ein zu Fachsenfeld gehöriger Wohnplatz). Um 1400 gehörte der Ort den Herren von Wöllwarth, die 1591 die Reformation einführten. Erst 1806 kam der Ort an Württemberg und gehörte fortan zum Oberamt Aalen.Hofen wurde 1397 als "Dorf" bezeichnet. Bis 1404 gehörte der Ort zur Burg Hohenalfingen, dann zur Herrschaft Wasseralfingen und kam 1553 zum Stift Ellwangen. 1802 kam Hofen zu Württemberg und gehörte zunächst zur Gemeinde Wasseralfingen, wurde dann aber 1845 eine selbständige Gemeinde im Oberamt Aalen. 1859 erhielt die Gemeinde auch die Weiler Oberalfingen und Heimatsmühle von der Gemeinde Wasseralfingen.Unterkochen wurde um 1136 als "Cochon" erstmals erwähnt. Die Siedlung entstand um ein Schloss ("Kocherburg"), das bereits 1300 erwähnt, 1627 aber neu erbaut und bereits 1645 von den Schweden zerstört wurde (heute nur noch Mauerreste erhalten). Besitzer waren ursprünglich die Herren von Kocherburg, denen die Ahelfingen und 1317 die von Öttingen folgten, bevor der Ort an Ellwangen gelangte. Die Kocherburg wurde dann Sitz des Obervogts des ellwangischen Oberamtes Kocherburg. Nach der Zerstörung des Schlosses residierten sie in einem neu erbauten Amtshaus. Weiteren Besitz im Dorf hatte bis 1465 die Familie Malse, deren Besitz ebenfalls an Ellwangen fiel. 1802 kam Unterkochen an Württemberg und gehörte zum Oberamt Aalen. Im ehemaligen Amtshaus sass dann bis 1877 das württembergische Kameralamt. Im Ort wurde ab 1518 ebenso wie im benachbarten Oberkochen Erzabbau betrieben. Das Erz wurde ab 1557 von Württemberg verhüttet. 1614 musste Württemberg seine Werke jedoch an Ellwangen verkaufen. Nach dem Übergang an Württemberg 1802 wurde das Werk geschlossen und nach Wasseralfingen verlegt. wurde 1239 als "Walthusen" erstmals erwähnt. Über Schenkungen verschiedener Lehnsmänner kam der Ort an die Herrschaft Kapfenburg und mit ihr an Öttingen, die ihn 1364 an den Deutschorden verkauften. Ein kleiner Teil blieb bei Ellwangen. Die Herren von Öttingen beanspruchten dennoch die hohe Obrigkeit. 1806 kam Waldhausen an Württemberg und gehörte zunächst zum Oberamt Neresheim. Bei dessen Auflösung 1938 kam Waldhausen zum Landkreis Aalen. Die zu Waldhausen heute gehörigen Weiler waren überwiegen ellwangisch und unterstanden dem Amt Kocherburg. wurde 1337 als "Wasserahelfingen" erstmals erwähnt (eine frühere Nennung von "Ahelfingen" ist nicht mit Sicherheit auf Wasseralfingen zu beziehen). Der Ort entwickelte sich um ein Wasserschloss, das wohl 1337 von den Herren von Ahelfingen erbaut wurde und nach dem Umbau von 1593 dem Oberamtmann des ellwangischen Oberamtes Wasseralfingen als Sitz diente. Demzufolge gehörte der Ort früh zu Ellwangen, doch wurde er mehrmals zu Lehen vergeben. 1802 kam Wasseralfingen an Württemberg und wurde dem Oberamt Aalen zugeordnet. Schon ab 1671 wurde durch die Fürstpropstei Ellwangen die Eisenverhüttung begründet. Doch blieb der Ort (1803 nur 350 Einwohner) zunächst noch sehr klein. 1828 erhielt Wasseralfingen das Marktrecht. Bereits ab 1811 wurde die Eisenverhüttung der Schwäbischen Hüttenwerke weiter ausgebaut und der Ort wuchs stark an, so dass er schliesslich 1951 zur Stadt erhoben wurde.
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